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FairElection

FairElection unterstützt politische Organisationen bei der Auswahl von Kandidierenden anhand von selbst festgelegten Repräsentationskriterien. Die breite Öffentlichkeit kann die Ergebnisse einer vergangenen Wahl simulieren, indem sie dieselben Diversitätskriterien anpasst.

#Runde 1 

FairElection unterstützt politische Organisationen, Zivilgesellschaft und Unternehmen bei der Auswahl von Kandidierenden anhand von selbst festgelegten Repräsentationskriterien. Die breite Öffentlichkeit kann die Ergebnisse der Nationalratswahl 2019 simulieren, indem sie dieselben Diversitätskriterien anpasst.

In wenigen Worten

Das Projekt „FairElection“ entwickelt ein Partizipationsinstrument für die Schweizer Politik. Das Instrument besteht aus zwei Teilen, die den beiden Zielgruppen entsprechen.

  • Für die breite Öffentlichkeit bietet „FairElection“ ein Instrument der politischen Simulation. Durch die Integration vorhandener Daten vergangener eidgenössischer Wahl (Nationalrat 2019) erlaubt das Instrument allen mit Repräsentationskriterien (z.B. Alter, Geschlecht, …) zu „experimentieren“. Es kann visualisiert werden, wie der Nationalrat aussehen würden, wenn andere Kriterien berücksichtigt worden wären.
  • Für politische Parteien und Organisationen bietet „FairElection“ ein Instrument und eine Methode, um einen Prozess für interne Wahlen („Vorwahlen“) zu entwickeln. Innerhalb der Partei soll das Instrument ermöglichen, dass eine Diskussion über die gewünschte Vertretung geführt wird. Die Mitglieder, die Sympathisantinnen und Sympathisanten und/oder die breite Öffentlichkeit können so ihre Repräsentationskriterien wählen, um diese dann für interne Wahlen zu verwenden.

Das Problem, das wir lösen wollen

Im Anschluss an die Wahlen erkennt sich ein Teil der Bevölkerung in den Profilen der Gewählten nicht wieder. Dieser Eindruck der fehlenden Repräsentation hat ein zerstörerisches Potenzial für die Demokratie, da er das Vertrauen, welches für das Funktionieren einer Demokratie notwendig sind, in Frage stellt.

Auf allen Ebenen begünstigen diese Verzerrungen der Repräsentation weiterhin bestimmte Personengruppen (namentlich hinsichtlich des Geschlechts, des Alters oder der sozioprofessionellen Hintergrunds). Die Kandidatinnen und Kandidaten haben innerhalb der Partei bei der Zusammenstellung der Listen wie auch bei der eigentlichen Wahl bei weitem nicht die gleichen Chancen. Die Frage der gerechten Repräsentation eines gewählten Organs – der Legislativen aber auch der Exekutiven – sollte im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte stehen: Welche Repräsentation wollen wir als Bürgerinnen und Bürger?

Unsere Idee im Detail

Für politische Organisationen, Zivilgesellschaft und Unternehmen soll das Instrument „FairElection“ als Instrument zur Begleitung interner Prozesse und zur Erstellung von Listen von Kandidatinnen und Kandidaten dienen. Unser Ansatz arbeitet in zwei Schritten. Zunächst können Mitglieder, Sympathisantinnen und Sympathisanten und/oder die Öffentlichkeit ihre Repräsentationskriterien wählen. Welche Kriterien soll die Liste erfüllen? Parität, Generationenvertretung, Wohnort, Bildungsniveau? Zur Auswahl dieser Repräsentationskriterien wird eine erste Abstimmung organisiert. Danach werden die gewählten Kriterien bei einer internen Wahl angewandt. Die Wählenden wählen  ihre Kandidatinnen und Kandidaten. Die Wahlfreiheit der Wählenden ist nicht eingeschränkt. Sie müssen die perfekte Liste, die ihre Kriterien erfüllen würde, nicht selbst erstellen – es ist der „FairElection“-Algorithmus, der sodann garantiert, dass die in der ersten Abstimmung gewählten Kriterien auf das Wahlergebnis angewendet werden. Die Gruppe der Gewählten wird die Repräsentationskriterien erfüllen und gleichzeitig wird die demokratische Wahl der Mitglieder berücksichtigt. Der Algorithmus bietet eine mathematische Garantie, dass die Gruppe der Gewinnerinnen und Gewinner diejenige ist, die unter Einhaltung der Kriterien die meisten Stimmen erhält.

Diese Methode wurde in Zusammenarbeit mit der EPFL für die Vorwahl der Bewegung „Appel Citoyen“ 2018 im Wallis entwickelt. Dieser Ansatz war Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Beiträge, die seinen Charakter als technologische Neuheit mit hohem Disruptionspotenzial unterstreichen. Dieses kurze Video beschreibt das Vorgehen.

Das Instrument ist eine Antwort auf folgende Herausforderungen:

  • Es bietet den Parteien ein Instrument, um Transparenz und demokratische Entscheidungen im Auswahlverfahren von Kandidatinnen und Kandidaten anzustreben. Die Diskussion über Repräsentationskriterien unterscheidet sich von der nominalen Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten, was eine qualitativ hochwertige Beteiligung ermöglicht.
  • Es bietet den Parteimitgliedern, und allgemeiner den Sympathisantinnen und Sympathisanten sowie der Öffentlichkeit (wenn die Partei ihre Vorwahlen „öffnet“), die Möglichkeit, eine gerechtere Repräsentation zu wählen und die gewünschten Kriterien festzulegen. Die Diskussion über Repräsentation wird zu einer öffentlichen Diskussion und trägt dadurch dazu bei, die Legitimität von Wahlen zu stärken.
  • Indem es die Umsetzung von Entscheidungen hinsichtlich der Repräsentation ermöglicht, trägt das Instrument zu mehr Chancengleichheit in der Politik bei. Für Kandidatinnen und Kandidaten aus unterrepräsentierten gesellschaftlichen Gruppen erhöhen sich die Chance nominiert zu werden.

Für die breite Öffentlichkeit bietet „FairElection“ zudem ein Instrument der politischen Simulation. Durch die Integration vorhandener Daten vergangener eidgenössischer Wahl (Nationalrat 2019) erlaubt das Instrument allen mit Repräsentationskriterien (z.B. Alter, Geschlecht, …) zu „experimentieren“. Das Instrument „FairElection“ zeigt dann die Zusammensetzung dieses fiktiven Parlaments. Die Bürgerinnen und Bürger können so die Wirkung eines Kriteriums auf der Grundlage realer Daten sofort darstellen.

Team

Das Projektteam setzt sich aus folgenden Personen zusammen: